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DATEV, Cloud und KI: wohin die Reise geht

Veröffentlicht am , Aktualisiert am , SOFI Team, 4 Min. Lesezeit

Wenn du in einer Steuerkanzlei arbeitest, ist DATEV vermutlich der Fixpunkt deines Arbeitstags. Genau dieser Fixpunkt verschiebt sich gerade, weg von lokal installierten Programmen und hin zu Cloud-Diensten mit KI-Unterstützung. Das ist keine Momentaufnahme, sondern das vorläufige Ergebnis einer langen Entwicklung. Hier die belegbaren Stationen und ein nüchterner Blick nach vorne.

Von der Rechenzentrale zur Cloud

DATEV ist eine Genossenschaft mit Sitz in Nürnberg, gegründet 1966 von 65 Steuerbevollmächtigten, um die Buchführung ihrer Mandanten per EDV zu erledigen. Aus dieser Idee ist ein Schwergewicht geworden. Für das Jahr 2024 meldet DATEV einen Umsatz von 1,514 Milliarden Euro und 40.293 Mitglieder. Der größte Umsatzblock stammt inzwischen aus Cloud-Services mit 605,4 Millionen Euro. KI-basierte Lösungen sind mit 3,7 Millionen Euro noch klein, wachsen aber deutlich. Die Richtung ist damit klar vorgezeichnet.

Die Timeline

Jahr Station
1966 Gründung der DATEV als Genossenschaft in Nürnberg, 65 Gründungsmitglieder
1969 Einweihung des ersten eigenen Rechenzentrums in Nürnberg
1974/1976 Datenfernübertragung eingeführt, ab 1976 Online-Übertragung über die Telefonleitung
2024 1,514 Mrd. Euro Umsatz, davon 605 Mio. aus Cloud-Services, 40.293 Mitglieder
2024/2025 KI-Werkstatt, Automatisierungsservices und DATEV Copilot in der Kanzleisoftware
ab 2026 Schrittweiser Umzug in die Cloud, ab Herbst 2026 zuerst das Kanzleimanagement
bis 2029 On-Premises-Programme laufen aus (laut Fachpresse Ende 2029, gekoppelt an die Microsoft-SQL-Server-Lizenz)
2030 Zielbild: durchgängige Prozesse in der Cloud

Was die Cloud-Wende praktisch bedeutet

DATEV beschreibt den Weg als hybride Phase mit klarem Ziel. Das On-Premises-Portfolio bleibt gesetzeskonform und verlässlich in Betrieb, bekommt aber keine großen neuen Funktionen mehr. Neue Schwerpunkte entstehen ausschließlich cloudbasiert. Nach eigenen Angaben beginnt der Umzug ab 2026, ab Herbst 2026 nimmt die Umstellung im Kanzleimanagement Fahrt auf, danach folgen Lohn, Finanzbuchhaltung und Steuern. Das erklärte Ziel: Kanzleien nutzen ihre DATEV-Programme über die Cloud und arbeiten vollständig digital mit ihren Mandanten. Bemerkenswert ist die Begründung. DATEV setzt auf eine eigene Cloud-Infrastruktur und digitale Souveränität statt auf US-amerikanische Anbieter und bleibt dabei Auftragsverarbeiter der Kanzleidaten.

KI zieht in die Programme ein

Parallel zur Cloud rückt KI in den Alltag. Der Automatisierungsservice erzeugt aus digitalisierten Belegen und der eigenen Buchungshistorie konkrete Buchungsvorschläge. In der KI-Werkstatt können Mitglieder generative KI in einer geschützten Umgebung erproben. Mit dem DATEV Copilot bündelt die Genossenschaft KI-Funktionen für Textarbeit, Dokumentenanalyse und Recherche direkt in der Kanzleisoftware. DATEV formuliert den Anspruch selbst nüchtern: Mittelfristig solle KI in allen Anwendungen dort zum Tragen kommen, wo sie einen Mehrwert stiftet. Kein Alleskönner-Versprechen, sondern Assistenz an konkreten Stellen.

Offene Schnittstellen als Fundament

Damit das zusammenspielt, öffnet DATEV kontrolliert seine Ränder. Über DATEVconnect tauschen Drittlösungen bidirektional Daten mit DATEV-Anwendungen aus, das Developer Portal ist der zentrale Einstieg zu den Schnittstellen und Anbieter finden sich anschließend im DATEV-Marktplatz. Online-Schnittstellen sind an eine DATEV-Partnerschaft und eine fachliche Abnahme gekoppelt. Offenheit ja, aber mit Kontrolle.

Wohin die Reise geht und wo SOFI steht

Drei Linien zeichnen sich ab: cloud-first statt lokal, KI als Assistenz statt als Selbstzweck und offene, geprüfte Schnittstellen statt geschlossener Silos. Der Fachkräftemangel verstärkt den Druck. Laut der STAX-Erhebung 2024 der Bundessteuerberaterkammer konnten 43,4 Prozent der suchenden Einzelkanzleien in den letzten zwei Jahren keine einzige ihrer offenen Stellen besetzen; unterm Strich blieb dort mehr als die Hälfte aller offenen Stellen unbesetzt. Wer Routinen automatisiert, gewinnt Zeit für Beratung.

Genau hier ordnet sich SOFI ein, ergänzend, nicht ersetzend. SOFI verbindet sich über einen eigenen MCP-Server kontrolliert und weisungsgebunden mit der DATEV-Welt und folgt damit derselben Logik offener, geprüfter Schnittstellen. Die KI-Inferenz läuft im Standard ausschließlich in der EU in einer vertraulichen Ausführungsumgebung (Trusted Execution Environment). Für Mandantendaten setzt SOFI im Standard nicht auf US-Hyperscaler. Die Reise von DATEV führt in die Cloud und zur Assistenz-KI. SOFI fährt auf derselben Straße, mit dem Anspruch, dass Datenhoheit und Nachvollziehbarkeit dabei nicht auf der Strecke bleiben.

Quellen

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Bald geht es los

Hier entsteht etwas Tolles: eine KI-Plattform für Steuerkanzleien, in der EU gebaut und gehostet. Wir melden uns bald mit den ersten Details.