
Wo SOFI im EU Cloud Sovereignty Framework steht
SOFI veröffentlicht seine Selbsteinschätzung nach dem EU Cloud Sovereignty Framework v1.2.1: Gesamt SEAL 2 von 4, Daten und KI (SOV-3) SEAL 3 von 4.
Europa diskutiert über digitale Souveränität und die Diskussion ist erwachsener geworden. Es geht längst nicht mehr um Symbolpolitik oder um ein Ressentiment gegenüber amerikanischer Technologie. Es geht um eine nüchterne Frage: Wer hat im Zweifel die Kontrolle über deine Daten und worauf kannst du dich verlassen, wenn sich das politische Umfeld ändert? Für eine Steuerkanzlei ist das keine akademische Frage, sondern eine Frage der Berufspflicht.
Die Ausgangslage ist bekannt, aber unbequem. Nach Zahlen der Synergy Research Group halten europäische Cloud-Anbieter in ihrem eigenen Markt nur noch rund 15 Prozent, 2017 waren es 29 Prozent. Die drei großen außereuropäischen Anbieter kommen zusammen auf etwa 70 Prozent des europäischen Marktes. Die Europäische Kommission benennt das inzwischen offen: Eine zu starke Abhängigkeit von nicht-europäischen Cloud-Anbietern sei ein erhebliches Risiko für Europas digitale Autonomie und Resilienz. Der vorgeschlagene Cloud and AI Development Act soll diese Abhängigkeit strukturell verringern. Resilienz heißt hier nicht Abschottung, sondern die Fähigkeit, auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn eine einzelne Bezugsquelle ausfällt oder ihre Bedingungen ändert.
Der Kern des Problems ist juristisch, nicht technisch. Der US CLOUD Act von 2018 verpflichtet Anbieter, die US-Recht unterliegen, zur Herausgabe von Daten, unabhängig davon, wo die Server physisch stehen. Ein Rechenzentrum in Frankfurt schützt also nicht, wenn der Betreiber der US-Jurisdiktion untersteht. Parallel erlaubt Section 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act Überwachungsanordnungen gegenüber Kommunikationsanbietern. Die Neufassung von 2024, der Reforming Intelligence and Securing America Act, hat den Kreis der erfassten Dienstleister ausgeweitet und Section 702 um zwei Jahre verlängert.
Bleibt das EU-US Data Privacy Framework. Es erlaubt Datenübermittlungen an zertifizierte US-Unternehmen und das Gericht der Europäischen Union hat die Angemessenheitsentscheidung im September 2025 bestätigt. Doch das Fundament ist eine Executive Order (14086), also eine Anordnung der US-Regierung, die eine Präsidentin oder ein Präsident ändern oder aufheben kann. Genau deshalb stellen europäische Datenschutzbehörden und Juristen die Belastbarkeit des Rahmens immer wieder in Frage. Für sensible Daten ist ein Schutz, der von der jeweiligen politischen Lage abhängt, kein solides Fundament.
Dass digitale Infrastruktur als geopolitisches Druckmittel dient, ist keine Vermutung, sondern dokumentierte Praxis. Die USA steuern den Zugang zu leistungsfähigen KI-Beschleunigern über Exportkontrollen. Ende 2024 verschärfte das Bureau of Industry and Security die Ausfuhrregeln für fortgeschrittene Halbleiter, Anfang 2025 folgte kurzzeitig eine globale AI Diffusion Rule, die Länder in Zugriffsklassen einteilte. Wer entscheidet, wer welche Rechenleistung bekommt, hat einen realen Hebel in der Hand.
Dazu kommt die Konzentration. Wenige Anbieter kontrollieren einen Großteil der Cloud- und KI-Infrastruktur, was Plattformrisiken bündelt. Und KI selbst ist ein Machtinstrument. Das Weltwirtschaftsforum stufte Fehl- und Desinformation im Global Risks Report 2024 als größtes kurzfristiges globales Risiko ein, verstärkt durch generative KI, die Manipulation in neuem Umfang und Tempo ermöglicht. Das Muster ist überall dasselbe: Kontrolle über Technologie wird zu Kontrolle über Handlungsspielräume.
Für Steuerkanzleien ist das keine abstrakte Geopolitik. Die Verschwiegenheit gehört zum Kern des Berufs. § 203 StGB stellt die Offenbarung von Mandantengeheimnissen unter Strafe und dazu zählt bereits die Tatsache, dass ein Mandat besteht (§ 57 StBerG). Werden externe IT- und Cloud-Dienstleister eingebunden, verlangt § 62a StBerG, sie sorgfältig auszuwählen, in Textform zur Verschwiegenheit zu verpflichten und auf die strafrechtlichen Folgen einer Verletzung hinzuweisen. Für Dienstleister außerhalb der EU knüpft das Gesetz die Einbindung an zusätzliche Voraussetzungen. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO deckt den Datenschutz ab, ersetzt aber die berufsrechtliche Verschwiegenheit nicht. Eine ausländische Zugriffsbefugnis, gegen die du dich vertraglich nicht wehren kannst, ist mit dieser Pflicht schwer vereinbar. Datenhoheit ist damit nicht Ideologie, sondern Voraussetzung, um die eigene Berufspflicht sicher zu erfüllen.
Die Antwort auf all das ist kein Feindbild, sondern Kontrolle über die eigenen Daten. Genau dort setzt SOFI an. SOFI wird in der EU entwickelt und gehostet, die KI-Inferenz läuft im Standard ausschließlich in der EU in einer vertraulichen Ausführungsumgebung (Trusted Execution Environment), ohne US-Hyperscaler für Mandantendaten. Das ist bewusst so gebaut, dass Schutz nicht nur vertraglich zugesagt, sondern technisch nachweisbar ist.
Es geht nicht darum, amerikanische Technologie schlechtzureden. Sie ist exzellent und offene Märkte sind ein Wert. Es geht um Resilienz, Wahlfreiheit und die Kontrolle darüber, wer im Zweifel auf die Daten deiner Mandanten zugreifen kann. Wer diese Kontrolle in der Hand behält, bleibt handlungsfähig, unabhängig davon, wie sich das politische Umfeld morgen entwickelt. Deshalb zählen europäische Alternativen gerade jetzt.

SOFI veröffentlicht seine Selbsteinschätzung nach dem EU Cloud Sovereignty Framework v1.2.1: Gesamt SEAL 2 von 4, Daten und KI (SOV-3) SEAL 3 von 4.

DATEV wird cloud-first und KI-gestützt. Eine belegte Timeline von 1966 bis 2030 und wie sich SOFI mit EU-Inferenz und eigenem MCP-Server einordnet.

Hier entsteht etwas Tolles: eine KI-Plattform für Steuerkanzleien, in der EU gebaut und gehostet. Wir melden uns bald mit den ersten Details.