
DATEV DMS mit KI auswerten
DATEV DMS mit KI auswerten: wie Kanzleien Dokumente, Belege und Bescheide aus dem Dokumentenmanagement strukturiert erfassen und durchsuchbar machen.
Bei Kanzlei-KI wird viel über Funktionen gesprochen und wenig über die Frage darunter: Welches Modell rechnet hier eigentlich gerade und wo? Dabei entscheidet genau das, wer Mandantendaten theoretisch sehen könnte. Für SOFI lässt sich die Frage präzise beantworten, inklusive der Stellen, an denen die Technik an ihre Grenzen kommt.
Zuerst das Prinzip, denn es unterscheidet sich von dem, was der Markt üblicherweise anbietet: Welche Modellwelt zum Einsatz kommt, entscheidet jede Kanzlei für sich. SOFI bietet mindestens das, was anderswo das ganze Angebot ist, nämlich starke Frontier-Modelle mit vertraglichem Schutz. Und für alle, die mehr wollen als Verträge, gibt es die versiegelte Ausführung obendrauf. Im Überblick:
Voreinstellung
Jede Anfrage mit Mandantendaten rechnet im TEE in der EU, attestiert bei jedem Verbindungsaufbau.
Auf Anforderung
Nur nach ausdrücklicher Anforderung der Kanzlei, mit schriftlicher Bestätigung. Anthropic-Modelle über AWS Bedrock; attestiert bis AWS, ab dort Vertrag statt Technik.
Zeitnah
TEE-Vorprüfung jeder Anfrage: Allgemeine Fragen und Recherche laufen über Frontier (AWS), alles mit Mandantenbezug bleibt in der versiegelten Umgebung.
Die Voreinstellung: nur TEE. Wer nichts ändert, bekommt den vorsichtigsten Modus: Jede Anfrage mit Mandantendaten rechnet in einer vertraulichen Ausführungsumgebung (Trusted Execution Environment) in der EU. Dort laufen Open-Weights-Modelle, aktuell Kimi K2.6 als Standardmodell, dazu GPT-OSS und weitere, je nach Aufgabe. Auch KI-, Modell- und Inferenzanbieter sehen dort keinen Klartext. Und dass wirklich läuft, was laufen soll, wird bei jedem Verbindungsaufbau per Remote Attestation geprüft.
Frontier-Modelle, wenn die Kanzlei sie will. Anthropic-Modelle über AWS Bedrock stehen jeder Kanzlei offen, die damit arbeiten möchte; freigeschaltet wird kanzleiweise, ausschließlich nach ausdrücklicher Anforderung der Kanzlei und mit schriftlicher Bestätigung. Auch dann attestieren wir weiter, nämlich den Weg bis zu AWS. Ab dort endet die technische Garantie, danach gilt Vertrag statt Technik und das sagen wir vorher, nicht im Kleingedruckten. Das ist exakt das Schutzniveau, mit dem der Großteil des Marktes insgesamt arbeitet, nur offen ausgewiesen.
Hybrid, zeitnah verfügbar. Als dritten Modus führen wir eine kanzleiweite Option ein, die beides verbindet: Jede Anfrage läuft zuerst vollständig durch das TEE. Dort wird geprüft, ob schützenswerte Inhalte enthalten sind. Nur was keinen Mandantenbezug hat, darf weiter zu einem Frontier-Modell; sobald Mandantenbezug erkannt wird, bleibt die Anfrage in der versiegelten Umgebung. Es gibt dann keinen zweiten Weg.
Die naheliegende Frage: Warum nicht gleich die bekannten Frontier-Modelle in die versiegelte Umgebung stecken? Weil deren Gewichte das Haus nicht verlassen. Anthropic, OpenAI und Google geben die Modellgewichte ihrer Spitzenmodelle nicht heraus und ohne Gewichte kein Betrieb in einer eigenen Enklave. Anthropic forscht selbst an vertraulicher Inferenz und beschreibt den Stand ohne jede Beschönigung:
„This is just a sketch of our research to start a conversation; we're still early in this work and it is too soon to forecast how it will evolve into specific designs or features we might offer in the future." (Anthropic Research, Confidential Inference via Trusted VMs)
Bis sich das ändert, gilt: Wer ein Closed-Frontier-Modell nutzt, verlässt sich ab der Modellgrenze auf Verträge.
Bei Open-Weights-Modellen ist die versiegelte Ausführung dagegen heute Realität. NVIDIA bietet Confidential Computing über die GPU-Generationen Hopper, Blackwell und Rubin an, samt Attestation Suite für die kryptografische Prüfung. Und die Modelle selbst haben aufgeholt: OpenAIs GPT-OSS-120b läuft laut Modellkarte auf einer einzelnen 80-GB-GPU. Ende Juli 2026 hat Moonshot AI die Gewichte von Kimi K3 veröffentlicht, einem Mixture-of-Experts-Modell mit 2,8 Billionen Parametern (104 Milliarden aktiv), das in ersten Benchmarks vorn mitspielt; sobald es unsere Prüfung durchlaufen hat, zieht es in die versiegelte Umgebung ein. Die Zeiten, in denen „sicher" automatisch „schwächeres Modell" hieß, gehen erkennbar zu Ende.
Auch für den Wunsch-Modus haben wir uns den Weg genau angesehen und die Unterschiede sind dokumentierbar (jeweils laut Anbieter-Dokumentation, Stand 30.07.2026):
| AWS Bedrock (Default) | Azure OpenAI | |
|---|---|---|
| Speicherung von Ein- und Ausgaben | Nein, Zero Data Retention | Auffällig eingestufte Eingaben können gespeichert werden |
| Menschliche Sichtung | Nein, Zero Operator Access; Missbrauchserkennung automatisiert | Möglich durch autorisierte Microsoft-Mitarbeiter; bei EWR-Deployments Prüfer im EWR, für globale Deployments keine Standortangabe |
| Abschaltbar? | Entfällt | Nur per genehmigungspflichtigem Antrag (modified abuse monitoring) |
| Zugriff der Modellanbieter | Kein Zugriff auf die Deployment-Konten | Claude in Foundry: Anthropic als eigenständiger Auftragsverarbeiter, auffällige Inhalte können an dessen Trust-and-Safety-Team gehen |
Zwei Fußnoten dazu. Für die allerneueste Modellgeneration dokumentiert AWS Ausnahmen mit Speicherfristen als ausdrückliches Opt-in; für die Modelle, die SOFI im Wunsch-Modus anbietet, gilt der Default. Und für Claude in Microsoft Foundry sind als Datenzonen Global und US dokumentiert, eine EU-Datenzone nicht (Stand der Microsoft-Doku vom 24.07.2026). Nichts davon macht Azure unbenutzbar. Aber für einen Wunsch-Weg, der ohnehin auf Vertrauen statt Versiegelung beruht, wählen wir die Kette mit den wenigsten offenen Enden.
Ob ein AVV allein „ausreicht", beantwortet derzeit keine Kammer abschließend; unstreitig ist die Pflicht zur sorgfältigen Auswahl des Dienstleisters nach § 62a Abs. 2 StBerG. Und sorgfältige Auswahl braucht prüfbare Kriterien. Unsere drei sind: Welches Modell rechnet mit Mandantendaten, wo rechnet es und lässt sich beides nachweisen statt nur zusichern? Frontier-Modelle bieten viele. Eine versiegelte Ausführung mit nachprüfbarer Attestierung bietet kaum jemand. Bei SOFI gibt es beides und welche Kombination gilt, entscheidet die Kanzlei. Die technischen Grundlagen dazu erklärt der Ratgeber zum Confidential Computing, wie SOFI seine Zusagen belegt, steht auf Datensouveränität und welche Modelle SOFI einsetzt und warum, dokumentiert die Seite zur KI-Transparenz.

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